Wenn sich ein digitaler Sturm zusammenbraut. TEI markup und seine Verarbeitung: Pilotstudie zu den vielen Textfassungen von Peter Handkes “Immer noch Sturm” [invited]

When a digital storm is gathering. TEI markup and how to process it: Pilot study on the many text versions of Peter Handkes “Storm Still”

The talk “Wenn sich ein digitaler Sturm zusammenbraut. TEI markup und seine Verarbeitung: Pilotstudie zu den vielen Textfassungen von Peter Handkes ‘Immer noch Sturm'” was presented together with Peter Andorfer at the conference “Textgenese in der digitalen Edition” (Text genesis in digital editions) in Klagenfurt.

Location: Robert Musil Institut für Literaturforschung / Kärntner Literaturarchiv, Klagenfurt
Date: Apr 20-22, 2017

Slides

Abstract:

Peter Handkes Bühnentext Immer noch Sturm (2010) eignet sich ideal für eine Studie zur Modellierung und Verarbeitung von literaturwissenschaftlichen textgenetischen Daten: Übernimmt man die Einteilung der Textzeugen, wie sie auf der Plattform Handkeonline (https://handkeonline.onb.ac.at/) vorgenommen wurde, handelt es sich um fünf Fassungen vor den Druckfahnen (wobei einige Fassungen in weitere Unterstufen [a, b, c, etc.] geteilt werden können). Die zahlreichen kleinen und größeren Veränderungen, die Handke von Fassung zu Fassung vornahm, aber auch die vom Autor während der ersten Niederschrift und den Überarbeitungen angefertigten Beiblätter, machen den Text zum optimalen Ausgangsmaterial, um die Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Annotation textgenetischer Prozesse auszuloten und auf Basis dessen die Verarbeitung und Umsetzung der so generierten Daten zu erproben.

In unserem Vortrag möchten wir eine Pilotstudie vorstellen, in der wir die jeweils erste Seite sämtlicher Textfassungen von Immer noch Sturm transkribiert und mit TEI P5 markup versehen haben. Das Encoding orient sich dabei an konkreten textgenetischen, literaturwissenschaftlichen Fragestellungen (etwa, wie Sofort- von nachträglichen Korrekturen und Überarbeitungen im Zuge der erneuten Niederschrift in der Darstellung unterschieden werden können, oder wie nachweisbare Integration von vorbereitender Lektüre durch den Autor oder seine auf Beiblättern angefertigten Notizen integriert werden können), aus denen Anforderungen für eine Web-Applikation abgeleitet werden. Ziel dieser Web-Applikation ist es nämlich, den Forschungs- und Analyseprozess dieser textgenetischen Daten zu Handkes Immer noch Sturm bestmöglich zu unterstützen.

Neben den annotierten Daten und der Vorstellung der prototypischen Web-Applikation steht im Vortrag vor allem aber die Reflektion traditioneller literaturwissenschaftlicher Forschung im digitalen Zeitalter und deren Konsequenzen und Möglichkeiten im Vordergrund.

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