Die Archivordnung im Zeitalter ihrer digitalen Modifizierbarkeit [invited]

The archival order in the age of its digital modificability

The talk “Die Archivordnung im Zeitalter ihrer digitalen Modifizierbarkeit” was delivered at the conference “Archive für Literatur. Der Nachlass und seine Ordnungen” (Archives for literature. The literary estate and its systems of order) at the StifterHaus Linz.

Location: StifterHaus Linz, Austria
Date: Apr 20-21, 2017

Abstract:

Wenn das Archiv mit Michel Foucault „das Gesetz dessen“ ist, „was gesagt werden kann“, so hat das digitale Zeitalter die Legislatur des Sagbaren von Grund auf neu definiert. In diesem Beitrag soll gezeigt werden, wie der digitale Raum die Parameter des Systems Archiv verschiebt und welche Konsequenzen das für das Selbstverständnis der Institution Archiv, aber auch für jene, die in und mit Archiven arbeiten, mit sich bringt. Wenn dabei Literaturarchive im Fokus stehen, die seit jeher in besonderer Weise zur Definition und Ausbildung von nationaler Identität beitragen und ihr Selbstverständnis über ihre Rolle als Horte nationaler Erinnerungskultur entwerfen, so wird das Archiv nicht nur im konkreten Kleinen, sondern auch im abstrakten Großen zur räumlichen Frage. Die De-Lokalisierung, die der virtuelle Raum bedeutet, hat in dieser Hinsicht grundlegend neue Regeln aufgestellt, nach denen zu spielen die Literaturarchive erst langsam lernen: Nicht nur der virtuelle oder analoge Aufbewahrungsort des Nachlasses, sondern auch seine (An)Ordnung wird im digitalen Raum flexibel. Anhand dreier Typen von digitalen Literaturarchivprojekten (Findbücher, digitale Editionen, Biographien) sollen die Verschiebungen im archivarischen Verständnis von Ordnungssystemen skizziert werden.

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