Zwischen Analogik und digitalem Chaos: Erfahrungsbericht einer Dolmetscherin

Between analogic and digital chaos: Field report by an interpreter

The talk “Zwischen Analogik und digitalem Chaos: Erfahrungsbericht einer Dolmetscherin” was given at the 10th workshop of the Netzwerk Biographieforschung (Biography research network) at the University of Vienna.

Location: Institut für Zeitgeschichte, University of Vienna
Date: Nov 11, 2016

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Infos on the workshop

Abstract: 

Der digitale Raum eröffnet der Biographieforschung neue Möglichkeiten und Perspektiven, einzelne oder viele Leben ebenso wie das Genre der Biographie selbst auf systematische Weise zu untersuchen und Erkenntnisse zu gewinnen, die ohne die Unterstützung von Computer(programmen) nicht erreichbar sind – so glauben wir zumindest, denn nicht umsonst, so glauben wir weiter, verweigern der FWF und andere Fördertöpfe mittlerweile sämtlichen Anträgen die Unterstützung, die nicht irgendeine Art von “digital humanities-Komponente” vorweisen können. Das hat zwei wesentliche Konsequenzen: Einerseits werden diese Komponenten oft von Forschenden entwickelt, die weder grundlegendes Verständnis für noch allzugroßes Interesse an digitalen Methoden haben, die sich aber durch die aktuelle Förderpolitik unter Zugzwang sehen, andererseits werden häufig von fortgeschrittenen und arrivierten Forschenden Projektkonzepte entwickelt, für deren Umsetzung hauptsächlich studentische Hilfskräfte und Programmierende benötigt werden. Darüberhinaus entsteht die Situation, dass zwar zahlreiche Projekte umgesetzt werden, in denen digitales Material (Plattformen, Datenbanken, Findbücher, Visualisierungen, mehr oder weniger konventionelle Formen von Biographie, etc.) erzeugt wird, aber
a)  kaum mit den Produkten gearbeitet wird, also die generierten Daten tatsächlich selten umfassend mit geisteswissenschaftlichen Methoden untersucht und über die aus ihnen zu gewinnenden Erkenntnisse geschrieben wird, und
b) die theoretische Auseinandersetzung mit der Interpretationsleistung, die die Erstellung einer Datenbank notwendig immer bedeutet, weder zu Beginn noch am Ende von Projekten ausreichend geleistet wird.
Mein Beitrag möchte diese Situation aus der Perspektive einer digitalen Geisteswissenschaftlerin, die zwischen biographietheoretischer und Programmier-Logik zu übersetzen versucht, dar- und zur Diskussion stellen.
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