Dramatische Sprachen: (Fremd)Sprachen in den Bühnentexten von Peter Handke

Dramatic languages: (Foreign) languages in Peter Handke’s stage texts

The talk “Dramatische Sprachen: (Fremd)Sprachen in den Bühnentexten von Peter Handke” was held at the 21st World Congress of the International Comparative Literature Association: “The Many Languages of Comparative Literature” (ICLA2016).
In addition, I chaired a panel (“Language – The essence of world literature”, Jul 27, 9 a.m.) at the conference.

Location: University of Vienna, Austria
Date: Jul 21-27, 2016
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Abstract:

In diesem Paper wird die Rolle von fremdsprachigen Elementen im dramatischen Oeuvre Peter Handkes seit seiner “Wende zum Klassischen” (Höller) Ende der 1970er Jahre untersucht.
Mit dieser Wende kehrte sich Handke ab von den Sprach- und Formexperimenten der jüngeren Jahre, die auf eine Kritik an Sprachmustern und -phrasen und auf deren Zerstörung abzielten, und fand neue experimentelle Formen, um die Welt und die Schönheit beschreibbar und ausdrückbar zu machen. Damit fanden auch die Sprachen Eingang in Handkes Schreiben, als einzelne Worte, als „Redewendungen“ (so Handkes ins Positive gewendeter Phrasen-Begriff), als Sätze und kleinere Textteile.
In einer Rede auf seinen französischen Übersetzer Georges-Arthur Goldschmidt hat Handke formuliert, dass Goldschmidt „mit dem ganzen Körper“ übersetzt. Die wichtige Rolle des physischen Körpers des Schreibenden bei Handkes Arbeit mit Fremdsprache korrespondiert mit dem Stellenwert des physischen Körpers des Wortes. Es braucht die Wörter der Originalsprache, die Schönheit ihres Klangs und ihres Aussehens zu gleichen Teilen, um das Gemeinte tatsächlich zu „bezeichnen“: In der winterlichen Reise schreibt Handke vom Ausblick vom Hotel Moskwa in Belgrad auf den „so gar nicht pariserischen Boulevard, nein ,bulevar‘, nein, ,БУЛЕВАР‘“. Mit diesem Dreischritt weist er seine Lesenden auf die Notwendigkeit des Originalkörpers des Wortes für die exakte Bezeichnung des Gemeinten hin.
In den Prosatexten und Journalen reflektiert Handke sein Verhältnis zu Sprache und den Sprachen immer wieder intensiv und entwirft so dort die Theorie zu dem, was in den Bühnentexten dann in der Praxis erprobt und (aus)gespielt wird; der Begriff des “Spiels” ist von Beginn seines Schreibens an eine Konstante in Handkes Bühnenwerk. In diesem Beitrag werden deshalb die fremdsprachigen Elemente in Handkes Bühnentexten im Zusammenhang mit der Entwicklung seiner (dramatischen) Poetologie mit besonderem Fokus auf die Zeit nach der klassischen Wende besprochen.

This talk concerns the topic of my dissertation (work in progress). More infos on the dissertation

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