Biographische gaps: Gender-perspektivierte Biographieschreibung am Beispiel des Portals „Frauen in Bewegung: 1848-1938“ im Vergleich mit dem ÖBL

Talk “Biographical gaps: Life writing from gender perspectives by example of the portal ‘Women on the move 1848-1918’ and the Austrian Biographical Lexicon” at panel “Agency, networks and biography in women’s and gender history”

The talk “Biographische gaps: Gender-perspektivierte Biographieschreibung am Beispiel des Portals „Frauen in Bewegung: 1848-1938“ im Vergleich mit dem ÖBL” was presented at the panel “Agency, Netzwerk und Biographie in der Frauen- und Geschlechtergeschichte” at the conference “Konstruktive Unruhe: Österreichischer Zeitgeschichtetag 2016” (Constructive unrest: Austrian conference on contemporary history).

Location: University of Graz, Austria
Date: Jun 9-11, 2016

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Panel abstract:

Mit der Einführung der Kategorie „Gender“ nahm die Frauen- und Geschlechtergeschichte eine Wendung: Geschlecht als Konstruktion stand im Mittelpunkt der (oft diskursanalytischen) Untersuchungen. Die Kategorien „Erfahrung“ und „Agency“ sowie die Akteur*innen selbst gerieten zunehmend ins Abseits. Eine erneut drohende Marginalisierung der Frauen- und Geschlechtergeschichte macht allerdings deutlich, dass Akteur*innen, ein historischer Akteursbegriff (Opfer oder Gestalter der Strukturen?), (biographische) Erfahrung, Netzwerke und Agency nochmals in den Blick genommen werden sollten, um konstruktive Unruhe in der Geschlechtergeschichte zu stiften. Die damit verbundenen Möglichkeiten und Grenzen sollen im vorliegenden Panel anhand von  dezidiert politisch aktiven Akteurinnen und den historiographischen Narrativen, die sie selbst erzeugten bzw. die über sie erzeugt wurden, gezeigt werden.

Katharina Prager: “Agency” und Akteur*innen im Werk (und Leben) von Gerda Lerner (1920–2013)
Irene Messinger: Gender und “Agency” in Scheinehen in der NS-Zeit
Vanessa Hannesschläger: Biographische gaps: Gender-perspektivierte Biographieschreibung am Beispiel des Portals „Frauen in Bewegung: 1848-1938“ im Vergleich mit dem ÖBL
Kommentar: Ilse Korotin

Abstract of the talk:

Die „frauenspezifische dokumentarische Serviceeinrichtung“ Ariadne der Österreichischen Nationalbibliothek entwickelte im Rahmen eines FWF-Projekts das Onlineportal „Frauen in Bewegung: 1848–1918“, das eine umfangreiche Sammlung detailliert recherchierter Biographien von Akteur*innen der österreichischen Frauenbewegung bereitstellt. Viele der dort verhandelten Figuren sind auch mit Einträgen im „Österreichischen Biographischen Lexikon 1815-1950 Online-Edition“ vertreten – mit teils frappierenden Abweichungen schon in den Angaben der Lebensdaten. In diesem Beitrag werden die Unterschiede zwischen den beiden biographischen Corpora dargestellt und anhand von Einzelbeispielen untersucht, inwiefern die „frauenspezifische“ Perspektive von Ariadne das biographische Narrativ (um)formt. Insbesondere steht dabei die Frage im Mittelpunkt, wie die biographische Konvention der „Werk- und Leistungsschau“ auf weibliche Akteurinnen angewandt wird, um den Verlauf von Kanonisierungsprozessen umzulenken.

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