Was ist ein Forschungsinfrastrukturkonsortium? Über CLARIN-ERIC und DARIAH-ERIC als Netzwerke für die Forschenden der Zukunft


What’s a research infrastructure consortium? On CLARIN-ERIC and DARIAH-ERIC as networks for the researchers of the future

The talk “Was ist ein Forschungsinfrastrukturkonsortium? Über CLARIN-ERIC und DARIAH-ERIC als Netzwerke für die Forschenden der Zukunft” was held at the workshop “Netzwerke (revisited)”, hosted by the “AG Daten und Netzwerke” (WG data and networks) at the Ruhr-University Bochum.

Location: Ruhr-University Bochum, Germany
Date: May 19-20, 2016
See the website of the “AG Daten und Netzwerke”

Abstract:

Die Netzwerkanalyse erfährt dank digitaler Methoden einen veritablen Boom, Tools zur Visualisierung und Analyse von Netzwerken werden in Forschungseinrichtungen weltweit entwickelt: Der Aufschwung des Netzwerkbegriffs in den Geisteswissenschaften seit den 1980er Jahren scheint die digitale Revolution und die Entwicklung der Digital Humanities vorweg genommen zu haben. In ganz Europa etablieren sich Institute und Institutionen, die sich der geisteswissenschaftlichen Forschung mit digitalen Methoden verschrieben haben.
Die EU hat auf diese Entwicklung in ihrer ESFRI (European Strategy Forum on Research Infrastructures) Roadmap reagiert und den Digital Humanities zwei Forschungsinfrastrukturkonsortien gewidmet: CLARIN-ERIC (Common Language Resources and Technology Infrastructure – European Research Infrastructure Consortium) und DARIAH-ERIC (Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities). Das Anliegen, diese Konsortien als zentrale erste Anlaufstellen für Digital Humanities Projekte zu etablieren, wird zunehmend umgesetzt.
Der sperrige Begriff “Forschungsinfrastrukturkonsortium” bereitet indes noch immer vielen geisteswissenschaftlich Forschenden, die sich digitalen Methoden erst annähern, Probleme, da er abstrakte Größen postuliert, deren Funktionen und Aufgaben sich nicht unmittelbar erschließen. Dieser Beitrag möchte daher CLARIN und DARIAH im Sinne der Akteur-Netzwerk-Theorie als Netzwerke zu begreifen, die nicht nur das In-Beziehung-Setzen von Daten, sondern vor allem auch von Forschenden miteinander (und mit den Daten und Tools der anderen) befördern. Das Netzwerk dha (Digital Humanities Austria), das die österreichischen Manifestationen von CLARIN und DARIAH als Dachorganisation vereint, wird dabei als Beispiel dafür dienen, wie sich die Infrastrukturen sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene vorrangig der Vernetzung von Menschen widmen, die in ihrer digital unterstützten Forschung verwandte Methoden entwickeln und einsetzen. Als kritisches Moment soll dabei auch die Frage gestellt werden, warum es “Netzwerke” braucht, die per Definition nicht unendlich und allumfassend, sondern immer zu einem Außen abgegrenzt sind, um die Forschungsideale der Digital Humanities (Stichworte Open Access, Open Source, Open Data) umzusetzen.

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