„Detektivarbeit” und „Worterotik” – Peter Handkes Übersetzungen aus dem Altgriechischen

Detective work” and “word erotics” – Peter Handkes translations from ancient Greek

Talk at the conference “…übersetzt von Peter Handke” (…translated by Peter Handke) (University of Innsbruck, Institute for Translation Studies)

Location: University of Innsbruck, ‘University of New Orleans’ hall
Date: May 29, 2015
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Abstract:

Peter Handke hat je einen Text von Aischylos, Sophokles und Euripides übersetzt. In diesem Beitrag sollen die in verschiedenen Archiven erhaltenen Werkmaterialien zu diesen Übersetzungen besprochen werden. Das Material erlaubt interessante Einblicke in Handkes Arbeitsweise, die trotz des großen zeitlichen Abstands zwischen erster und zweiter altgriechischer Übersetzung erstaunliche Kontinuitäten zeigt. Aufschlussreich sind nicht nur die ungewöhnlichen Ausgaben, die Handke als Übersetzungsvorlagen wählte, sondern auch die Tatsache, dass er schon die erste dieser Arbeiten lang vor seiner vielbesprochenen Hinwendung zum Bleistift zuerst von Hand niederschrieb. Im Kontext seines selbstständigen – vor allem dramatischen – Schaffens erweist sich die Relevanz materieller Aspekte für poetische Herangehensweisen dieses Autors etwa auch dann, wenn er seinem Verlag die Anweisung erteilt, ein Buch „im Griechenformat“ zu drucken. Einzelbeispiele aus Materialien zu Übersetzungen aus anderen Sprachen, aber auch zu eigenen Werken werden daher punktuell herangezogen, um den besonderen Einfluss, den der Umgang mit antiken Texten auf Handkes Schaffen genommen hat, zu illustrieren. Besonderes Augenmerk wird auf Handkes jüngster Übersetzung aus dem Altgriechischen liegen (Euripides‘ Helena, 2010); die zugehörigen Werkmaterialien befinden sich in Privatbesitz und werden der Öffentlichkeit in dieser Präsentation erstmals umfassend vorgestellt.

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